Wölli & Die Band Des Jahrs im Alten Schlachthof, Dresden am 23.10.2011

Ist gibt Konzerte, da sind die Hallen restlos ausverkauft und es herrscht trotzdem gähnende Langeweile und Stimmungsflaute. Dann gibt es wieder Konzerte, wo die Halle kaum halbvoll ist, aber die Musiker auf der Bühne und die anwesenden Leute einfach einen herrlichen Abend zelebrieren. Der Auftritt von Wölli & Die Band Des Jahres zählt hierbei in die zweite Kategorie. Die kleine Halle des alten Schlachthofs war mit schätzungsweise 150-200 Menschen zum Sonntagabend kaum halbvoll, aber es war dann trotzdem (oder auch irgendwie deshalb?) ein gelungener Ausklang vom Wochenende.

Alle Fotos des Abends gibt es wie immer in unserer Galerie!

 

DICK YORK spielte zu Beginn ein 30-minütiges akkustisches Set, das nun gerade nicht für große Partystimmung sorgte. Viel eher sorgten seine größtenteils sehr ruhigen und auch sehr leidenschaftlich gespielten Songs für eine besinnliche, fast schon entspannende Atmosphäre, bei der man gerne am Bierchen süffelt und den Klängen lauscht.

Eine Umbaupause fand eigentlich fast nicht statt, da von Wölli und seiner Band bereits alles auf der Bühne stand. Also nochmal eben schnell die Porzellan-bestückten Einrichtung der Halle besucht, Biernachschub besorgt und wieder vor der Bühne. Diese wurde in Nebel verhüllt und die Herren Musiker betraten nacheinander unter Applaus die Bühne. “Mein Wildes Herz” eröffnete das Set – während Wölli die Bühne betrat und zunächst der ersten Reihe die Hand reichte. Allein schon vom ersten Eindruck, war es schwer zu glauben, dass Wölli nun nicht mehr ganz zum jüngsten Eisen zählt.

Seine Band überzeugte während des Auftritts durch eine sehr saubere und lockere Spielweise, die die Songs vom Album noch eine Spur treffender klingen ließ. Ob nun die Gitarrensoli, das Keyboard, das Akkordeon und meinetwegen auch der Bass – es hat einfach Alles zusammengepasst. Auch wenn Wölli über seine Band leicht sarkastisch her zog (“Etwas Besseres habe ich nicht bekommen”), muss ich “Der Band Des Jahres” eine eindrucksvolle Leistung bescheinigen, die ihren Höhepunkt in dem wahnsinnigen Drumsolo fand!

Auch wenn Wölli kein “gelernter” Sänger ist, klang sein Stimmorgan auch live ähnlich rauchig, angekratzt und kräftig wie auf dem Album. Er hatte sichtlich Spaß auf der Bühne wieder aktiv zu sein, dass es schon ansteckend war. Da hat man fast schon vergessen, dass wohl zahlreiche Dresdner Freunde gepflegter Rockmusik ihren Sonntagabend lieber auf dem Sofa verbrachten. Tja, Pech gehabt! Mehr bleibt mir echt nicht zu sagen. Es war nun nicht überbrausend, krachend oder schweißtreiben, sondern es herrschte eine ausgelassen und entspannte Stimmung, die man auch nicht alle Abende erlebt.

 

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