TOXPACKs Heimspiel mit Payback, Eastside Boys und Betontod
Es war arschkalt, die Straßen voller Schnee und diverse Profilneurotiker versuchten einen Zwergenaufstand gegen dieses Konzert. Nichtsdestotrotz sammelte sich bereits vor Einlass eine beachtliche Menge an Leuten, die trotz aller Umstände den Weg zum SO36 gefunden haben. TOXPACK feierten dort ihr alljährliches Heimspiel und hatten auch Gäste geladen. Das waren neben den EASTSIDE BOYS, ebenfalls aus Berlin, die Punkrocker aus dem Rheinland BETONTOD.
Alle Bilder des Abends findet ihr in unserer Galerie!
Den Auftakt für den Abend machte dann aber ferner Besuch aus Italien. PAYBACK zündeten ihr Hardcore-Feuerwerk in einem schon von Anfang an gut gefüllten SO36. Die Publikumsreaktionen waren am Anfang natürlich noch etwas verhalten, aber im Verlaufe ihres Gigs, gab es auch immer mehr Resonanz. Das war aus meiner Sicht kein Wunder: fette Hardcore-Riffs, eine grandiose Bühnenpräsenz und die pure Spielfreude der Italiener waren einfach überzeugend.
Die EASTSIDE BOYS feierten an diesem Abend auch ein Heimspiel. Auch wenn die meisten Leute wegen einer anderen Band gekommen ware, fanden sich dennoch genügend Sympathisanten und Fans der Pfeffi-Crew ein und feierten mit. Musikalisch war ihr Punkrock zwar ein krasser Kontrast zu Dem vorher, aber ebenso kontrastreich war auch das Publikum an dem Abend gemischt. Von jung bis alt, von Punk bis Oi – alles war vertreten.
Ganz besonders der Punk-orientierte Teil der Zuschauer freute sich auf den Auftritt von BETONTOD. Die legten auch direkt los wie die Feuerwehr. Bei “Kinder des Zorns” ballte das randlos gefüllte SO36 die Hände zur Faust und legte den Auftakt für eine Saunaparty. Denn im Verlaufe des Auftritts wurde es fast schon unerträglich warm in dem Club. Aber das gefiel den meisten immernoch besser als die frostigen Temperaturen draußen. “Feuer Frei” sorgte für ein Pogo, welcher so manche Knochen arg belastete und bei “Glück auf!” flossen traditionell etliche Liter Bier die Kehlen der Besucher herunter. Party pur war angesagt. Die Rheinberger ließen sich sogar noch zu einer politischen Aussage hinreißten, als Frank noch einen Gruß an unsere “scheiß Regierung” in das Berliner Regierungsviertel schickte. Das hatte gesessen und schien wie ein Konsens im ganzen Saal. Im Zugabenpart gab es dann noch mit “Ewigkeit” ein Dankeschön an alle Fans, den Partysong “So jung wie heut” und das lyrisch höchst wertvolle “Saufen”.
Die Halle war nun aber mal richtig gut auf Betriebstemperatur angelaufen. Zwar dauerte die Umbaupause bei TOXPACK ein wenig länger, dafür setzte ihr “Kopfbohrer” erfolgreich ein und hämmerte sich direkt in die Schädel aller Anwesenden. Es war gerammelt voll im SO36 und als dann “Suff und wilde Spiele” rausgefeuert wurde, ging es mal so richtig ab. Von Mitsingen bis hin zum Pogo oder einfach nur Abfeiern – jeder zelebrierte das Heimspiel auf seine Art. Die Berliner hatten sichtlich Spaß in der Heimat vor vollem Haus zu spielen. Da war es fast schon egal, dass wie bei “Aufstehen” nicht jeder Ton gesessen hat. Das war dann wohl der gewisse Anteil Punkattitüde in ihrem Streetcore. Es ging eben nur ums Feiern und Abrocken, was auch ganz gut geling.
Neben den Liedern der letzten beiden Alben, sorgten auch “Bang Bang” und ganz besonders “Agressive Kunst” für einen ordentlichen Hexenkessel. Nach “Für immer in mir” stimmten sie dann sogar noch die (in-) offizielle Hymne von Berlin an. Die “Berliner Luft” war besonders in der Halle verdammt warm, sodass nicht nur die Jungs auf der Bühne ordentlich schwitzten. Da half es nur noch den Flüssigkeitsverlust durch Bier wieder auszugleichen. Nach der subkulturellen Hymne “Cultus Interruptus”, folgte der obligatorische Zugabenpart. “Tox 05″ und das derb-rockige “Schmutziger Pakt” bildeten dabei den Auftakt für das grande Finale. Bei dem alten ROSE TATTOO Song “Nice Boys” versammelten sich die Eastside Boys, Payback und auch Sebi (Stomper 98) auf der Bühne und entlockten ihre letzten Reserven und auch die des Publikums.
Dieser riesen Knall war dann der Abschluss dieses verdammt gut gelungenen Abends. Es hatte wirklich JEDER seinen Spaß gehabt und so hielt die ausgelassene Stimmung auch nach dem Konzert noch an. Viele der Bands zog es noch in das “Freibeuter” (ist immer einen Besuch wert!), aber an dieser Stelle musste ich mich leider ausklinken. Zu früh musste ich aus meinem Hotel auschecken. Dennoch danke ich Toxpack recht herzlich für die Einladung und auch den anderen Bands für die super Show und die lockeren Gespräche im Backstage. I also send some huge greets out to Payback. You were awesome guys and I’m looking forward to seeing you again in Germany!
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Ok , da weiss ich ja was ich verpasst hab
..das kommt mir aber nicht nochmal vor…..
Moichel