Toxpack – Bastarde von Morgen (Review)

Die “Epidemie” hat auch schon wieder irgendwie zwei Jahre auf den Buckel. Irgendwie kommt es mir so vor, als ob das Album gerade mal ein Jahr alt wäre.  Doch bevor ich mich mit meinen knackigen 22 Jahren darüber auslasse wie schnell die Zeit vergeht (das hebe ich mir für meine 40er auf), widme ich mich doch lieber der “Bastarde von Morgen”, welche am 2. September erscheinen soll und seit knapp 2 Wochen meine Gehörgänge heimsucht. Das Artwork der Scheibe ist auf jeden Fall schon eine Bombe – wollen wir mal schauen, ob sie im musikalischen Part dann auch zündet.

Das kurze, aber gut gelungene, Intro liefert gleich einen direkten Übergang zum Geburtstagsständchen auf das zehnjährige Bestehen der Band – “Zehn”. Ohne Umwege knallen die Gitarren, die Drums und Schulles unverwechselbarer Gesang aus den Boxen. Die ersten drei musikalischen Minuten des Albums lassen schon ahnen in welche Richtung das Album geht. Musikalisch wirkt es an die “Cultus Interruptus” angelehnt, gesanglich baut es auf die “Epidemie” auf und dazu kommt nochmal eine fette Portion 80′s Hard’n'Heavy. “Bastarde von Morgen” wurde bereits mit einem würdigen Videoclip bedacht und ist eine Rock’n'Roll-Hymne vom Feinsten. Eine riesige Ladung Sozialkritik, der lyrische Stinkefinger und der ohrwurmverdächtige Refrain machen diesen Song zu einem klaren Highlight der Scheibe.

Auch sonst kommen dieses Mal offen kritische Texte nicht zu kurz. “Das Problem sind wir selbst” und “Wenn Sehnsucht stirbt” sind dabei hervorragende zu benennende Kandidaten. Der deutlich härtere Sound tut den Songs dabei wirklich gut und sorgt auch für Abwechslung. Ich habe nach mehrmaligen Hören zumindest nicht das Gefühl, dass die Band sich selbst oder jemand anderes auch nur ansatzweise kopiert. Ein Qualitätsmerkmal für ein gelungenes Album ist immer, dass man sich es von vorne bis hinten anhören kann, ohne dass es langweilig wird. Das genau ist hier der Fall.


Denn am Ende verbirgt sich mit “EBSC” ein gewaltiger Gassenhauer mit gesanglicher Unterstützung von SHEER TERROR. Bei der Gelegenheit lassen sie besonders das (Hard-)Core aus ihrem Streetcore krachen.  Nach diesem Paukenschlag schließt das instrumentale “Libertas” das Album ab. Danach verbirgt sich noch so etwas wie ein Hidden Track, bei dem Schulle klingt wie die Sänger beim Schlumpfentechno. Der kleine Gag zeigt, dass sie nach zehn Jahren auf jeden Fall noch mit Spaß bei der Sache sind. Falls ihr ab dem 2. September ebenfalls musikalisch euren Spaß haben wollt, dann bestellt euch ruhig die “Bastarde von Morgen” – ein Fehlkauf ist sie definitiv nicht.

  1. Ludi Incipant
  2. Zehn
  3. An All Die Dämonen
  4. Bastarde Von Morgen
  5. Das Problem Sind Wir Selbst
  6. Wunden Der Zeit
  7. Heute So, Morgen So (feat Roi Pearce, Last Resort)
  8. Was Uns Verbindet
  9. Wenn Sehnsucht Stirbt
  10. Profilneurotiker
  11. Uhrwerk
  12. E.B.S.C. (feat. Paul Bearer, Sheer Terror)
  13. Libertas

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