Rektoren, Die Arbeitslosen Bauarbeiter und No Exit live im Roten Baum Dresden

Das Solikonzert zu Gunsten des Kinderkrebsvereins “Sonnenstrahl e.V.” fand am vergangenen Freitag in den Vereinsräumlichkeiten des Roter Baum e.V. statt. Zu Gast war neben den Rektoren, die Arbeitslosen Bauarbeiter aus Chemnitz und auch No Exit aus Berlin waren mit dabei. Angesichts des guten Zweckes konnte man sicher nur hoffen, dass möglichst viele Leute kommen. Doch dies erwies sich dann als problematisch, da am gleichen Abend in der Chemiefabrik die Prague Ska Conspiracy aufspielte. Ich habe direkt mal den offiziellen Eintrittspreis etwas aufgerundet, da eine solche Sache einfach unterstützt gehört.

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So plätscherte dann der frühe Abend vor sich hin. Die Bands bauten auf, respektive die Arbeitslosen Bauarbeiter, welche es entgegen meiner Erwartung dann doch noch geschafft haben ihren Banner aufzuhängen. Erste Bierchen wurden schon geköpft, die Soundchecks begannen und irgendwann ging es dann auch los. Als die REKTOREN ihr Set begannen, waren vor dem Jugendclub deutlich mehr Leute als drin. Irgendwie schienen nur Wenige wirklich interssiert. Nun gut – das kann man jetzt auf die frühe Uhrzeit schieben. Auf jeden Fall habe ich für mich ein paar sehr interessante Ansätze in ihrer Musik gefunden. Nach ein paar Schnappschüssen habe ich mich dann nach oben zu den Bands begeben auf ein paar Smalltalks und das ein oder andere Getränk. Während sich die Bauarbeiter aufwärmten, haben sich einige (an dieser Stelle nicht konkret genannte) Berliner im Internet zum Thema Masturbation fortgebildet.

Als der letzte Ton der Rektoren die Treppen nach oben kroch, wurden die Sach(s)en gepackt und ich war sogar noch so sozial den Chemnitzern ihr Bier hinterherzutragen. Die sollen mir ja nicht verdursten auf der Bühne. Vom Anfang konnte man dank des Soundbrei aus den Boxen recht wenig verstehen. Das erste Lied, was ich halbwegs bewusst wahrnehmen konnte, war “Willkommen in der Freiheit”.  Gerne würde ich an dieser Stelle schreiben, dass das Publikum tobte und der Club brechend voll war. Dem war aber leider nicht so. Den ARBEITSLOSEN BAUARBEITERN war das aber so ziemlich egal. Sie haben ihr Set ungekürzt zu Ende gespielt und Friedhelm hat den Raum genutzt und einige Male auch vor der Bühne gespielt. Mit dabei waren neben dem Hosen-Cover “Auswärtsspiel”, mein persönlicher Favorit “Was Morgen Ist”, das trinkwütige “Zweifelsfall”, die (eigentliche) Pogo- und Partyhymne “Chaos”, Blurs “Song 2″ und nach genau 19 Songs bildete das “Fest” den Abschluss.

Nun sollten die Freunde des härteren Punkrocks auf ihre Kosten kommen. Während des Umbaus waren dann auch schon etwas mehr Leute drin, aber irgendwie schienen sich an diesem Tage nicht allzuviele Leute aus der Dresdner Neustadt herauszutrauen. Schade auch, denn NO EXIT legten direkt los wie die Feuerwehr und der dritte Song “Ihr Nicht!” sorgte zum ersten Mal an diesem Abend für so etwas ähnliches wie Stimmung unter dem Publikum. Etwas Anstacheln von Sänger Rio in seiner Ansage half dann aber doch ein wenig etwas Bewegung in den Laden zu bekommen. Da haben dann doch eine Hand voll Leute gepogt, unter anderem auch mit einem Drehstul (keine Ahnung wo der herkam). Dass hier aber doch eine ordentliche Punkrockparty möglich sein sollte, zeigte spätestens “Pauli”, welches mehr als gut gefeiert wurde. Danach wurde dann auch das alte “Raumschiff” entstaubt und zog seine Kreise durch den Raum. Gegen Ende folgten dann noch “Berlin” und “Dein Leben”. Letzter Song des Abends war ein Cover der Meißner Band OHNE GEWÄHR “Punx”.

Nun war es eigentlich vorbei. Zumindest für die meisten Zuschauer des Abends. Doch wer schon zu diesem Zeitpunk nach Hause ging, sollte die eigentliche Party verpassen. Ich habe spontan meinen Mp3-Player dann als Jukebox bereitgestellt. Es dröhnten Slime, Rawside, Cor, Fahnenflucht, Knochenfabrik und Co durch die Boxen. Parallel hat die Arbeit begonnen, die Bierreserven zu minimieren. Neben dem Spenden für die gute Sache, habe ich dieses Vorhaben mit allen Kräften unterstützt. Irgendwann gegen 3.30 Uhr haben sich die Bauarbeiter zu Bett begeben und ich habe dann mit einer Hand voll No Exit’lern bis in den Morgen weiter gefeiert. Was da genau passiert ist möchte ich nun nicht weiter ausbreiten. Vielleicht nur so viel: ein Biertisch ist durchaus geeignet, um darauf eine Trepper herunter zu schlittern. Diese Sportart sollte ich vielleicht Herrn Raab stecken. Der könnte da sicher eine 6-stündige Tv-Produktion draus machen.

Resümierend war der Abend trotz der geringen Publikumsresonanz richtig gut gelungen. Es hat Spaß gemacht in dieser sehr gemütlichen Location zu feiern und mit Leuten zu reden. Dem Gothic-Second-Hand möchte ich an dieser Stelle auch ein dickes Lob aussprechen für ihren Support der Veranstaltung. Ich weiß zwar keine genaue Höhe des Spendenaufkommens, aber letztendlich hilft jeder Euro das Leiden krebskranker Kinder wenigstens ein bisschen erträglicher zu machen.

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