Kreftich – Bis Hierhin Und Dann Weiter (Review)
Kreftich… das war doch diese Deutschpunk-Band aus Dinslaken? Ja, genau! Vier Jahre haben sie seit ihrem Release “Stillos” (2007) nichts mehr von sich hören lassen. Schon damals haben sie durch gute Texte, ohrwürmige Melodien und einem sehr markanten Gesang punkten können. Besonders “Kopp Dropp” ist mir aus irgendeinem unerfindlichen Grund hängen geblieben. Warum wohl…?
“Antiprominent” eröffnet “Bis Hierhin und dann weiter” mit leicht gedrosseltem Tempo, aber mit dem Sound wie man ihn von Kreftich kennt. Bei “Undumuns” legen sich die Jungs etwas mehr ins Zeug und liefern eine knackige Rocknummer ab, die bereits dazu motiviert die Lautstärkeregler nach oben zu justieren. Der Sound hat sich im Vergleich zur “Stillos” relativ wenig geändert, wirkt aber doch hier und da noch ein wenig ausgefeilter. Dieser Hauch von Melancholie, der im Gesang immer ein wenig mitschwimmt ist auch noch da und das Zuhören macht einfach Spaß.
Besonders wenn dann ein Song wie “Rien ne va plus” mit der Finanzkrise und der Gier der Bankster abrechnet, dann geht das einfach runter wie Öl. Ähnlich wie beim Vorgängeralbum gibt es auch hier wieder einen Ska-angehauchten Song – diesmal zum Thema feiern, saufen und Kater. Bei “Immer wieder” dürften sich so einige bestimmt wieder erkennen. Ein krasser Kontrast dazu ist das letzte Lied “Ich weiß es nicht”, welches das Thema der sinnlosen Gewalt und von Schlägern schon ziemlich bewegend darbietet.
Insgesamt ist das Neulingswerk von Kreftich “Bis hierhin und dann weiter” sehr gut gelungen. Die Texte heben sich von der plumpen und uninspirierten Masse deutlich ab und wirken sehr gut durchdacht. Apropos denken… wer einfach nur “Ficken, Sauf, Oi” möchte” sollte dieses Album besser nicht kaufen. Wer hingegen gerne ein paar Denkanstöße mag oder einfach auf guten (deutschen) Punkrock steht, wird dieses Album sehr schnell lieb gewinnen.
Tracklist:
01. Antiprominent
02. Undumuns
03. Durch Diese Welt
04. Wohin
05. Rien Ne Va Plus
06. Immer Wieder
07. Von Innen
08. Therapie
09. Ungebremst
10. Was Du Nicht Willst
11. Umweg
12. Ich Weiss Es Nicht



