Fahrenheit – Kranke Welt (Review)
Jetzt mal wieder ein Review einer Band aus meiner privaten Kategorie “Bisher unbekannt”. Da spitzen sich sofort meine Ohren, die Spannung steigt und ich lese mir zuerst mal die Bandinfo durch. FAHRENHEIT aus Magdeburg gibt es also nun schon seit 2010 und haben anfang dieses Jahres ihr Debut-Album “Kranke Welt” beim Schweriner Punklabel SN-Punx veröffentlicht. Neun Songs verbergen sich da auf dem Silberling hinter dem eher schlicht gehaltenem Artwork.
Doch das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die vier Jungs feinsten Streetpunk mir ordentlichem Arschtritt-Faktor abliefern. Knallende Riffs und treibende Drums eröffnen mit “Durch die Nacht” das Album. Das was ich da zu hören bekomme macht auch direkt Lust auf mehr. Der Sound ist was wirklich Eigenständiges – kein Abklatsch von irgendetwas, was man bereits zig Mal gehört hat. Sowas finde ich relativ wichtig bei neuen Bands, dass sie keinem gewissen Sound hinterher rennen. Natürlich versuche ich immer Anhand von Vergleichen es nachvollziehbarer zu machen, was die Musik einer Band ausmacht. Aber hier fällt mir absolut nix ein.
Hinter den zwei wirklich einprägenden Ohrwürmern “Willkommen in Deutschland” und “Kranke Welt” verbergen sich wirklich sehr sozialkritische Songs (der Hammer trifft des Nagels Kopf), die nicht unnötig politisieren. Die Texte sind aus dem Leben gegriffen und keine 08/15 Lyrics mit ewig gleichen Textbausteinen über Freundschaft, “die Szene” oder “alle Anderen sind kacke” wie man es so oft aus einer gewissen Ecke immer wieder hört. Also Freunden von kraftvollen Streetpunk mit einem gewissen Tiefgang, empfehle ich es auf jeden Fall hier zumindest mal reinzuhören. Es lohnt sich.
Tracklist:
01. Durch die Nacht
02. Wie Du & Ich
03. Was ist geschehen
04. Willkommen in Deutschland
05. Fliegen
06. Kranke Welt
07. Zuhaus
08. Freie Fahrt / Freier Geist
09. Bunter



