ENDLESS SUMMER 2011 in Text und Bildern!
Da das Wetter ja sowieso schon total verrücktspielte, dachte ich mir, fahren wir doch mal auf das Endless Summer Festival in Torgau und mischen dort noch ein wenig auf! Schon zum 14. Mal findet das Festival statt und hat sich somit auch schon einen mächtigen Namen gemacht. Dieses Jahr war es meiner Meinung nach sehr Hardcorelastig, was nicht bedeuten soll, dass ich dies als schlecht ansehe. Lest einfach weiter und erfahrt mehr.
Nach einer Autofahrt, die einem wie ein ganzer Tag vor kam, kam man endlich gegen Mitternacht am Donnerstag auf dem Festivalgelände an. Nach gründlichem Check der Securities durften wir passieren und uns auf dem Festivalgelände breit machen. Die meisten Leute mussten aber anscheinend noch bis Freitag arbeiten, was die Fülle des Campingplatzes in Grenzen hielt. Das Zelt stand und dann hieß es – ab zum Bierstand (der glücklicherweise gerade um die Ecke war). Sofort wusste man, dass es erst der “Aufwärmabend” des Festivals war. Wir haben die Bands leider auch verpasst aber es wurde trotzdem eine super Nacht . Was auch jedes Männerherz höher schlagen ließ, waren die aufstellbaren Pissoirs, die die Versiffung des Campingplatzes minderten.
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Als Opener auf der Mainstage haben GROWING MOVEMENT die große Herausforderung gehabt alle Leute aus den Zelten zu locken. Einige folgten dem Ruf und holten sich ihre erste Dröhnung Hardcore für das Wochenende ab. Um 15:40 Uhr spielten die DROOGIEZ aus Nürnberg in der Zeltbühne und für diese Uhrzeit war das Konzert schon gut besucht. Anscheinend war nicht nur ich an dem schönen 77er Sound der DROOGIEZ interessiert. In den 40 Minuten sorgten die Franken schon für relativ gute Stimmung an diesem frühen Freitag Nachmittag. Wer nun zur Mainstage wollte, hatte nun das Problem, den Burggraben zu Torgau zu überwinden, der vor das große Zelt verlegt wurde.
Um 16:20 Uhr beschritten die RADIO DEAD ONES die Hauptbühne und warfen den Leuten „Röhrenjeans-Hardcore-Punk“ aus Berlin um die Ohren. Ein großes Matschloch ließ die Zuschauerreihen etwas mager aussehen und ich muss dazu sagen, dass die RADIO DEAD ONES in kleinen Räumen viel mehr fetzen. ON THE JOB aus Schweden ließen ihren skandinavischen Charme sprühen und haben auf voller Linie überzeugt. Davon dass ON THE JOB eine guter Griff von Contra Records waren, konnte man sich bspw. schon beim Pogorausch überzeugen. Mittlerweile sind sie über den Status „Geheimtipp“ hinaus und hatten die Meute im Zelt voll im Griff. Ein weiteres dickes Hardcore-Brett ließ die Mainstage nun in Gestalt von DEATH BEFORE DISHONOUR erschüttern, die bei bestem Sommerwetter schon eine gute Menge an Zuhörern vor die Bühne gelockt haben. Blut, Schweiß und dreckigen Rock’n’Roll hatten die legendären PETER PAN SPEEDROCK dabei, was aber beim Hardcore-, Punk- und OI-orientierten auf eher verhaltene Resonanz gestoßen ist, leider!
Ein Highlight waren wie immer VOLXSTURM die gegen 19:15 Uhr ihre Plätze auf der Hauptbühne bezogen. Schon allein das Intro plus den ersten Song machte verdammt viel Laune – Wie gesagt, VOLXSTURM eben! Alles in allem ein super Auftritt den man genießen konnte. Direkt neben der Hauptbühne stand auch eine kleine Halfpipe, die auch von einigen zum Skatern benutzt wurde, aber meistens diente sie einfach nur als guter Aussichtspunkt für die Konzerte. Nach VOLXSTURM und ein paar Bier später traten MAD SIN auf die Bühne, die bekannt sind für unterhaltsame Bühnenshows und fetzigen Sound. Aber leider hatten diese seit sie gegen 20 Uhr angefangen haben zu spielen Probleme mit den Leuten, die für den Ton zuständig waren. Köfte (Frontmann der Band) war kurz davor den Tontechnikern an den Hals zu gehen, was bei seinem Temperament durchaus zu erwarten war. Ich glaube zur Hälfte des Gigs hatten die Techniker dann endlich den Sound unter Kontrolle und MAD SIN kamen in Fahrt. Leider war es nicht der Auftritt den sich viele erhofft haben, aber sicher ist, dass MAD SIN normal viel mehr drauf haben!
Um 20:45 Uhr ging es mit einem weiteren Persönlichen Highlight weiter und zwar mit keinen geringeren als THE ADICTS. Diese machten, wie gewohnt, eine bunte und wilde Show mit viel glitzer. Monkey hatte wilde Kostüme an, die während des Auftrittes immer wechselten. Es wurden sehr viele Klassiker gespielt die jeder kannte und aus vielen Kehlen mitgesungen wurde. Zum Schluss wurden noch Riesenbälle dem Publikum zum spielen gegeben die Laune machten. Vor allem bei „You‘ll never walk alone“ schrie jeder mit, falls die Stimmbänder dies noch hergegeben haben. Das einzig Negative an diesem Auftritt war, dass er viel zu früh aufhörte, denn THE ADICTS kann man sich gerne und lang antun. Irgendwie lag von der Wetterlage her schon den ganzen Tag ein Gewitter in der Luft. Dieses kam zumindest im musikalischen Sinne von niemand Geringerem als BLOOD FOR BLOOD. Vergessen war die Matschwüste vor der Bühne – es wurde mit Armen, Beinen und eigentlich kompletten Körpereinsatz gepogt und gemosht. Einfach nur laut, brachial und wütend – schön anzuhören und anzusehen! IGNITE hasst man oder liebt man – nicht jeder kann mit dem Gesang was anfangen. Aber an diesem Abend waren definitiv viele Anhänger der Jungs anwesend. Stimmung super, Sound super und Auftritt super – so darf der Abend auf der Mainstage gerne enden!
Das Schlusslicht des Abends, besser gesagt der Nacht waren THE CRACK, BUSTER SHUFFLE und zum Abschluss MARCHING ORDERS die ab 0:00 Uhr nacheinander auf der Zeltbühne auftraten. Es war heiß, es war voll und die Crew an der Theke hatten sehr viel zu tun. Es war ein genialer Abschluss des Abends. Nachdem die alten Hasen von THE CRACK dem müden Publikum vormachten, wie man abrockt, kamen die Jungspunde aus London auf die Bühne. BUSTER SHUFFLE entpuppten sich als die totalen Stimmungskanonen zum Tanzen, wobei bei vielen angezweifelt wurde, ob dies nun auch Tanz war, denn mit der Schwerkraft hatten zu dieser Stunde viele *hust*. Gute Nacht oder viel eher Guten Morgen sagten die MARCHING ORDERS aus Australien, die angesichts ihrer Spielzeit keine Probleme mit dem Jet-Lag hatten.
14.20 Uhr sagten am Samstag die RUCKERS „Guten Morgen“ und konnten tatsächlich schon einige Leute in das große Zelt zum musikalischen Frühshoppen locken. DEVIL IN ME aus Portugal waren mir bis dato gänzlich unbekannt, aber haben doch einen sehr fetten Auftritt geliefert! Trotz hellem Sonnenschein wurde es nun düster im Zelt. THE OTHER waren mit ihrem Horror-Punk eine erfrischende musikalische Abwechslung und haben eine sehr professionellen und technisch sauberen Auftritt bestritten. Um 17:45 Uhr betrat das Partygeschwader GUMBLES, mit Duffman im Gepäck, die Bühne und viele fragten sich, wo wohl dieser ganze verdammte Schlamm herkam. Der Platz vor der Hauptbühne war nur noch ein einziger Sauhaufen, den man nur seitlich umgehen konnte. Doch das ließ viele kalt und so hieß es, Schlammschlacht „AhOi!“. Jeder der ein wenig weiter vorne stand bekam, ob er wollte oder nicht, Schlammbröckchen ab und viele ergriffen somit die Flucht nach Hinten. Die Schweriner hatten die Meute vor der Mainstage fest im Griff und haben für beste Punkrock-Party-Stimmung gesorgt!
Nach GUMBLES erblickten viele auch den alljährigen Boxring der immer für eine Menge Zuschauer Sorgte. Es war wirklich eine nette Idee so etwas einzuführen und ist immer lustig anzuschauen, wie sich betrunkene Punker, Skins, Psychos sich dort die Birne weich machten. Natürlich lief alles in einem gewissen Rahmen ab und endete ohne Streit, sondern nur mit ein paar blutigen Nasen und Veilchen.
Die REAL McKENZIES hatten auch so die „Freude“ mit den Bühnentechnikern gehabt, aber dann irgendwann doch einfach alle Probleme ignoriert und den Dudelsack und die Gitarren erklingen lassen. Musik, Stimmung etc. super und man konnte auch erfahren, was unter einem Kilt getragen wird – Unterwäsche war es nicht… Die STREET DOGS aus Bosten konnten mit ihrem Oldschool angehauchten Punkrock-Sound zwar die Stimmung der Gumbles nicht ganz erreichen, haben aber dafür Vollgas gegeben und einen sauberen Gig geliefert. Highlight war das Cover von „Guns of Brixton“. Was will man zu SPRINGTOIFEL großartig sagen? Schlechte Auftritte habe ich von den älteren Herren bisher noch nicht erlebt und das will was heißen. Sie haben alle ihre Gassenhauer und Partyhits unters Volk gebracht und auch durch ihre Freibier-Aktion sehr viele Sympathien gewonnen.
Die Holländer EVIL CONDUCT waren dieses Jahr im Aufgebot und fingen gegen 20:45 Uhr an die Finger an die Instrumente zu legen. Fehlerfrei und ohne Mängel spielten EVIL CONDUCT ein schönes Oi!-Brett, dass immer wieder Spaß macht, sich anzuhören. Weiter ging es mit brachialem Punkrock von den legendären THE EXPLOITED, die einen Gig der Extraklasse abgeliefert haben. Auch wenn die Reaktionen im Publikum fast schon verhalten waren, hat Wattie Vollgas gegeben und sichtlich seinen Spaß gehabt. SHEER TERROR – eine weitere Hardcore-Legende auf diesem Festival, haben weniger durch eine krasse Bühnenshow, sondern viel mehr durch ihre musikalische Darbietung überzeugt! Sänger Paul Bearer hat dabei mit seinen sehr selbstironischen Ansagen zwischendurch immer wieder für sehr viele Schmunzler gesorgt. Das war auf jeden Fall ein grandioser Auftritt von dem „fat guy on the stage“ und seiner Band! …und wieder ging es für die letzten drei Bands in das Zelt.
TOXPACK haben dafür gesorgt, dass das große Zirkuszelt aus allen Nähten platzte. Bemerkenswert war bereits der Song „Bastarde von Morgen“, der dank des Videos allseits bekannt war und gebührend mitgesungen wurde. ARGY BARGY waren bereits letztes Jahr zugange und haben 2011 zu späterer Uhrzeit das Zelt gerockt. Aber irgendwie war die Stimmung nach der großen Toxpack-Party ziemlich abgesackt. Bestes Gegenmittel für so eine Situation sind immer wieder BERLINER WEISSE. Wer bei ihnen ein langes Gesicht macht, der bekommt eben ein kleines Röhrchen, um Seifenblasen zu machen. Anfangs als Glamrocker verkleidet hat Sänger Toifel und auch die anderen Jungs einen wirklich sehr sauberen Gig gespielt! Bemerkenswert: bei so einer Vielzahl an Hardcorebands, muss man erst auf die Berliner Punkrocker warten, bis man mal eine Wall of Death zu sehen bekommt. Bei „Thor Steinar“ kam mal wieder das (Slime-)Cover von „Deutschland muss sterben“ – wenig später wurde auch ein kurzes Cover von „Erinnerung“ der Böhsen Onkelz eingestreut. Diese Kombination hat man auch nicht alle Tage… aber sie kam an! So mussten sie dann am Ende auch noch eine Zugabe liefern und haben das Endless Summer würdig abgeschlossen.
Das Festival war wie 2010 top organisiert und das Lineup hat auch wieder eine interessante Mischung geboten. Wettermäßig müssen sich die Veranstalter für nächstes Jahr aber etwas mehr ins Zeug legen! Ich empfehle Veranstalter Ecke entsprechende Scharmanen-Tänze zu erlernen und als Opener 2012 auf der Mainstage vorzuführen. Wenn es dann immer noch regnen sollte, scheint wenigstens allen Leuten die Sonne aus dem Arsch. Das Endless Summer 2011 war auf jeden Fall wieder eine Reise wert und wir werden, im Vertrauen auf ein tolles Lineup, 2012 auch wieder berichten!
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Mam istimmer so alt wie man sich fühlt;o)
Geilstes Festival-schöner Bericht-tolle Bilder
Gruß
Olaf StOi