BROILERS live im Haus Auensee, Leipzig – 22.10.2011
Als ich Richtung Leipzig zum Haus Auensee unterwegs war erlag ich an der Autobahnabfahrt fast der Versuchung doch lieber zum Porschewerk zu fahren, um mir einen Flitzer “auf Probe zu leihen”, aber angesichts eines ausverkauften Hauses und eines vielversprechenden Auftritts der Broilers, hab ich mich dann doch richtung Punkrock bewegt. Allein der Versuch auf den Parkplatz zu kommen zeigte schonn, wie brechend voll es sein würde.
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Auch am Einlass hatte sich bereits eine große Menschentraube gebildet – Punks, Skins, Rocker, Typen von neben an, Jung und Alt – es war eine ziemlich große Vielfalt vertreten. Alles andere als einseitig war auch die musikalische Ausrichtung der Londoner Vorband THE KINGS BLUES. Mir bis dato völlig unbekannt, haben die sympathischen Jungs und Mädels durch eine stilistische Bandbreite von Ska-Punk, über Hardcore bis zu Rock’n'Roll überzeugt. Auch textlich sind sie am Puls der Zeit, besonders “We are fucking angry” passt einfach zur derzeitigen politischen Lage in England wie die Faust aufs Auge. Nach genau 30 Minuten war dann Schluss und der Vorhang vor der Bühne senkte sich. Nach gut weiteren 20 Minuten war der Umbau erledigt und das neue Intro-Video wurde per Beamer auf das riesige weißte Stück Stoff projeziert.
Opener war dabei aber noch “Zurück zum Beton”, was auch ganz gut so war, da bei diesem Song die Stimmung von 0 auf 180 in wenigen Sekunden steigt. Aber auch “Harter Weg” wusste im Anschluss zu überzeugen, was angesichts der Chartplatzierungen der Düsseldorfer wenig verwunderlich war. “Paul der Hooligan” hat dann auch die Brücke zum älteren Repertoire gebaut und den Kessel noch mehr angeheizt. Der Einstieg war mal wieder bombastisch und das Publikum stimmungsmäßig auch sofort da. Gegen Mitte des Sets wurde es zwar ein wenig ruhiger im Publikum, aber auf der Bühne wurde dennoch weiterhin Vollgas gegeben. Ganz besonders der verstärkte Einsatz der beiden Bläser (im jugendfreien Sinne) lässt den Sound irgendwie voller und komplexer klingen.
“Tanzt du noch einmal mit mir”, “Weckt die Toten auf” und “33 RPM” wussten meinem Eindruck nach am besten live zu überzeugen von den neuen Stücken. “Schwarz, Grau und Weiß” wäre von der Message her sicher noch sehr schön gewesen, dafür wurde aber bei “Tanzt du noch einmal mit mir” bereits in der Ansage mit schnauzbärtigen, Brille tragenden Berliner Buchautoren abgerechnet. Im Zugabenpart kochte die Stimmung erneut auf. Die Band gab sowieso Vollgas, aber nun wollte auch das Publikum noch einmal richtig loslegen bevor es wieder nach Hause ging. “Singe, Seufze & Saufe” war dabei der tempomäßig langsamste Song, wurde dafür aber lauthals mitgesunge. Ansonsten blieb dann noch “Meine Sache” und selbstverständlich die “Blume”, die einfach nicht fehlen darf!
Insgesamt ein super Auftritt und man merkt einfach, dass die Band nun mit JKP im Rücken weiterhin auf der Erfolgsspur bleibt. Nicht zuletzt aufgrund der Erfolge in den Charts bemerkte man auch eine zunehmende Vermischung des Publikums, bei der zum Glück bisher die Zahnspangen-Teenie-Fraktion außen vor bleibt. Broilers live? Gerne wieder!






