BAD CO PROJECT – “Mission Mohawk” (Review)
“We`re a gang of five on a mission mohawk,
deliver your daily dose of punkrock
Billy is Scottish and Marti’s from Spain,
Andy and Stephan I know from Berlin…”
Mit diesem kleinen Vierzeiler stellen sich BAD CO PROJECT auf ihrem Album bereits selbst vor. “From the ashes of Oxymoron” prankt dabei auch als Headline auf dem Frontcover. Denn Sänger dieser illustren Berliner Combo ist Sucker, damaliger Sänger bei Oxymoron. Um ihn haben sich Stephan (TowerBlocks), Marti (Frontkick), Andy (Mad Sin) und Billy (Ex-Troopers/Pokes) formiert und somit bilden die Herren quasi ein buntes Potpourri der Berliner Punkrock-Szene. Mit den Erwartungen an dieses neue Album hat sicher auch niemand sonderlich tief gestapelt. Also bleibt die Frage, ob BAD CO dem auch gerecht werden…
“From the Ashes…” ist dann auch direkt ein Intro nach meinem Geschmack: kein nerviges Gedudel oder sonstiger Quatsch, der mit dem Rest des Albums oder der Musik nix zu tun hat. Ganz im Gegenteil, er bildet einen direkten Übergang zum Titelsong “Mission Mohawk”, der gleich direkt als knallige Streetpunk-Hymne daher kommt. Der nächste Song “Born to lose” erinnert mich direkt an meine alten Helden von MOTÖRHEAD und musikalisch klingt das Ganze schon fast wie ein Tribute an die selbigen. Schnelle dreckige Riffs und geknüppelte Drums vom Feinsten. Textlich wird dann meiner Vermutung auch recht gegeben mit: “Lemmy said back then: we’re born to lose and live to win…”, Amen!
Erster ansatzweise Schockmoment ist das leicht kitschige Piano-Intro, was aber direkt durch ein wirbelndes Gitarrenriff hinfortgeblasen wird und Platz macht für einen krachenden, wutvollen Song. Allgemein wird auf dem ganzen Album dann auch Vollgas gegeben. Einzige Ausnahme bildet da in gewisser Weise “Borderline”, mit weiblichen Gastgesang, das zwar eine Spur ruhiger, aber noch lange keine Ballade ist. Textlich malt es ein interessantes Bild von innerlicher Zerrissenheit und Wahnsinn.
Auch sonst sind die Lyrics nicht einfach so dahingeschrieben. “Anthem X”, nebenbei bemerkt ein richtiger Ohrwurm, welcher mit der ,durch Reiche regierten, Demokratie abrechnet. “Kids of the nation” ist dann sowas wie ein Aufruf zum Widerstand an die neuen Generationen und auch von Musikalischen her sehr interessant – es klingt wie ein krasser Mix von Oldschool und neuen Einflüssen, keine durchängig tiefgröhlenden “OiOi”-Chöre, sondern auch etwas abwechslungsreicher Background- und Wechselgesang. “Made in Germany” ist dann noch ein kleiner Seitenhieb an unsere Gesellschaft, die immer aufs Neue Schuldige für das eigene Versagen sucht.
“Mission Mohawk” ist insgesamt absolut kein Schnellschuss oder ein lieblos dahinproduziertes Album, sondern konsequent durchdacht. Allein schon das Artwork ist mit einem wahnsinnigen Aufwand gestaltet und ich hab mich selbst schon mehrmals dabei erwischt Fragmente von Zeitungsartikeln, die eingearbeitet sind zwischen den Lyrics, durchzulesen. Auch sonst bleibt eigentlich Nichts, was Raum zum Meckern geben würde. Man kann das Album problemlos am Stück durchhören, ohne dass es eintönig wirkt oder man das Bedürfnis hat ein Lied zu überspringen. Wem das Alles hier ein bisschen arg geschleimt vorkommen mag, der soll sich einfach mal angucken, was die Band in kürzester Zeit alles erreicht hat!

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