Auf einen Ritt in den Pott – Son Of A Bastard 2011 “The Ride”

Alle Fotos vom Wochenende findet ihr wie immer in unserer Galerie (*klick*)!

Am Freitag den 04.03.2011 sollte es also losgehen. The Ride 2011, das Labelfestival von Sunny Bastards. Da man solch einen Mix aus Oi!, Punk und Ska sich nicht entgehen lassen sollte, hieß es, ab in die Karre und auf in den Pott. Die Strecke war super zu fahren, die Sonne schien und das Bier war kühl. Es ging also schon einmal gut los. Bei der Ankunft in Oberhausen – Turbinenhalle traf man auf viele bekannte Gesichter und lernte neue Leute kennen. Parkprobleme, wie bei manch anderen Festivals, gab es nicht und man war sofort neben der Halle. Diese war sehr groß und allemal ausreichend für 2 Tage Party und Punkrock pur! Nicht nur, dass die  Location stimme, auch bei der Organisation hatte man keinen Mangel auszusetzen – großes Lob an dieser Stelle für alle Organisatoren.

Um 18:00 Uhr also war es dann soweit, “Doors Open” für jedermann und ab 18:30 Uhr sollte es dann auch mit den DÖRPMS aus Dortmund losgehen. Der Zeitplan wurde leider durch den kurzfristigen Ausfall der EASTSIDE BOYS ( aus Krankheitsgründen ),
einen Tag vorher ein wenig durcheinander gebracht. Dies glich man durch das verlängern der Spielzeiten der anderen übrigen Bands wieder aus und ab dann gab es auch keine weiteren Probleme.

Etwas schade war es, dass die ersten Bands, wie Dörpms am Freitag und Lazy Bastards am Samstag, nur vor einem kleinen Grüppchen spielte. Es ging weiter mit PLATZVERWEIS die sich als Ziel gegeben haben, “feinsten Punkrock unter das Volk zu bringen”. Dies war der recht jungen Band aus Liebenburg auch sehr gut gelungen, da sie vorher schon mit “Größen der Szene” wie UK SUBS, STOMPER 98 etc. auf der Bühne gestanden haben und somit viel Erfahrung sammeln konnten.

Die ersten 2 Bands waren vorbei und man merkte, dass der Sound stimmte und die Lichter ausreichend für schöne Fotos waren.
Nun hieß es, Party mit den BAD NENNDORF BOYS, die als gelungenen Ersatz für El Bosso meets the Skadiolas dienten, da diese ihre
Show absagen mussten (aus Krankheitsgründen). Die Boys betraten mit gelben Sportanzügen die Bühne und machten richtig Stimmung. Sunny Bastards hatte mit dieser Band keinen Fehlgriff gemacht, denn sie heizten mit fetzigem Ska-Punk die Meute ein und lieferten eine super Bühnenshow ab.

Nach einer kurzen Verschnaufpause traten die Jungs von den BOVVER BOYS aus Nordrhein-Westfalen auf die Bühne, und baten einen aggressiven SKA-Punk Sound mit dem Bild der traditionellen Working Class den man sich Auf jeden Fall anhören und ansehen konnte.

Die Bar, die leicht erreichbar neben der Bühne ihren Platz hatte, war gut besucht und in der Halle wurde es langsam wärmer als Konter zu den winterlichen Temperaturen, die die Nacht mit sich brachte. Denn wer eine kurze Pause außerhalb der Halle machte, wusste den Konzertsaal zu schätzen. Trotz dem hohen Bierkonsum war alles friedlich und ohne große Ausfälle und das für ein Punkkonzert, nochmals großes Lob. Die Security vor der Bühne und am Eingang machte ihre Arbeit gut und ging einem mit Spielverderbereien nicht auf den Sack.

Weiter ging es mit den GIMP FISTS die uns ihren Streetpunk aus dem Vereinigten Königreicht präsentierten. Dieser war schön gemischt, mit vielen SKA-Elementen, einer rauchigen Stimme und natürlich schönem Punkrock.

Nach den Gimp Fists und einer weiteren kurzen Pause folgte der lang ersehnte Auftritt meinerseits und auch von vielen anderen.
MR REVIEW – der Partykracher auf allen Festivals und Konzerten betrat, nachdem er wegen kurzer technischer Probleme erst mal auf einem Stuhl in aller Seelenruhe gewartet hat (ob er geschlafen hat war leider, durch die berühmte Sonnenbrille, nicht ersichtlich), die Bühne und ließ es so richtig krachen. Spätestens jetzt wurde in jedem die Tanzlaune geweckt und selbst die Leute, die hinter der Bühne standen und sich über andere organisatorische Sachen den Kopf zerbrachen, konnten sich nichtmehr halten und Tanzten zu der Musik. MR REVIEW und seine Band fuhren zur Höchstleistung auf und machten ihrem Namen alle Ehre.
Neben seinem Auftritt auf dem Riverside Stomp 2010 war dies eines seiner besten Konzerts. Ob er etwas unter seinem Markenzeichen, dem Schottenrock trug, ist immer noch Unbekannt, denn kein Fotograf erwischte ein Bild davon, obwohl er wie wild über die Bühne Hüpfte, Tanzte und der Musik freien Lauf ließ.

Da nun jeder schwitze und guter Laune war, folge nach Mitternacht der letzte Gig an diesem Freitag und zwar von MAJOR ACCIDENT, die mich auf Platte nicht sehr begeistern konnten, aber die mit ihrem Auftritt einiges wieder gut gemacht haben. Sie betraten die Bühne im klassischen Clockwork-Stil und Präsentierten diesen auch mit ihrem Musik die ganz im Sinne des Schlachtrufes “Oi!” ist. Trotzdem konnten sie, als Insidertipp unter den älteren Skins vor Ort, mit dem Auftritt von Mr Review nicht ganz mithalten.

Das Lineup des 04.03. war somit vorbei, es wurden noch die restlichen Bieregeleert und viele zogen sich in ihr Auto, Hotel, Zuhause zurück. Die Überbleibsel wurden später dann von der Security wie eine Kuhherde heraus getrieben.

_______________________________

Am Samstag, den 05.03. und Tag 2 des „Son of a Bastard“-Festivals begannen die Konzerte schon relativ früh, da man ja das mächtige Lineup irgendwie in einen Tag unterbringen musste, was ich persönlich ein wenig schade fand, aber dazu später im Resümee mehr. Diesmal hieß es um 14:00 Uhr mittags schon “Doors Open”, wobei viele noch im Bett lagen von letztem Abend bzw. erst vor ein paar Stunden ins Bett gegangen sind. Dies war für die ersten Bands sehr schade.

Um ca. 15 Uhr fingen die LAZY BASTARDS an zu spielen und hatten, trotz weniger Zuhörer, einen schönen kräftigen Sound und sehr viel Energie in den Liedern. Vor allem die neuen Songs, die sie hatten, gefielen mir sehr und rockten die Bude. Die Leute versammelten sich langsam, angelockt von dem Sound, vor der Bühne.

Nach weiteren Auftritten von den WARRIOR KIDS aus Frankreich und den PISSTONS, die schöne Oi!- und Spaßmusik aus Deutschland präsentierten, folgten die TOWERBLOCKS, welche feinsten Streetpunk aus Berlin uns um die Ohren hauten den man sich definitiv anhören konnte. Mit neuem Bassisten und der neuen „Berlin Habits“-Scheibe im Gepäck boten sie auch für gestandene Fans etwas Besonderes.

Durch die TOWERBLOCKS waren alle aufgewärmt und bereit für eine etwas andere Musikrichtung, die aber trotzdem (oder gerade deshalb?) auf das Festival passte. Tom Angelrippers DIE KNAPPEN ließen unsere Ohren den harten Sound und die Seele des Ruhrpotts spüren. Anfangs waren die Zuschauer noch relativ verhalten, doch der alte „Onkel Tom“ weiß genau wie man die Leute um die Finger wickelt und so gewannen die Ruhrpott-Rocker mehr und mehr Fans. Auch hinter der Bühne fielen die Jungs aus dem Pott positiv auf und hatten nichts gegen eine gemütliche Runde mit Pfeffi, Bier und Albereien mit Hippiperücken auszusetzen.

Danach war jeder schon gespannt auf einen Klassiker aus dem Ruhrpott. Nicht genug, dass die Frontsau Spiller den Bands auf der Bühne mit Auf- und Abbau einheizte und diesen auch sehr unter die Arme griff, nein. Auch mit seiner Band EMSCHERKURVE 77 ließ er das Publikum feinsten Punk aus dem Ruhrpott und Lieder aus der Kurve spüren. Die Band fing an zu spielen und darauf gab es einfach nur knallharte Stimmung und Party. Egal wann und egal wo, EMSCHERKURVE 77 ist immer sehenswert und macht gute Laune. Da Spiller ja bekannt dafür ist, dass er mit allen möglichen Ikonen der Szene einmal ein Lied zusammen gesungen hat, blieb es uns auch diesmal glücklicherweise nicht erspart. Denn er “rockte die Bude” mit dem Sänger der bekannten Skinheadband „Stomper 98“ Sebi und dem Lied “Wunderbare Jahre”. Ich kann nur sagen – gelungener Auftritt!

Nach dieser Ordentlichen Ladung Punkrock, die sich gewaschen hatte wurde es wieder Zeit für SKA! und Zeit für MARK FOGGO. Er machte seinem Namen alle Ehre und verwöhnte die Ohren mit Keyboard, Gesang, Gitarre und  Bläsern. Alle Harmonisierten miteinander und erbrachten somit einen tollen Sound der aus den Boxen, direkt in die Turbinenhalle, geblasen wurde.

Die nächste Band des Abends sollte keine andere sein als OI-MELZ, die nach langer Zeit wieder auf der Bühne standen. OI-MELZ ist wahrlich keine unbekannte Band und hat sich in der Szene ihren Namen gemacht. Deshalb war ich darauf sehr gespannt, was sie zu bieten hatten. Wurde aber nach den ersten paar Liedern ein wenig enttäuscht, hätte mir eigentlich mehr von ihnen erwartet und muss sagen, dass sie sich auf Platte besser angehört haben.

Die meisten warteten nach OI-MELZ sehnlich auf die Band GUMBLES, denn diese sind längst kein unbeschriebenes Blatt mehr und haben sich mit der Zeit einen richtigen Namen im deutschen Punk-Rock gemacht, den sie auch auf alle Fälle verteidigt haben. Spaßpunk und Saufgelage stehen groß auf der Fahne und die “coolste Sau” des Abends hatten sie auch im Schlepptau. Nämlich kein anderer als Duffman, der gleich von Anfang an Riesenstimmung, mit Freibier und Bierduschen, gemacht hat. Der Sound der GUMBLES hätte allerdings ein wenig fetziger und lauter sein dürfen, trotzdem ein gelungener Auftritt und eine super Bühnenshow.

Bevor die Band auftrat, auf die sich jeder schon freute, kamen noch THE HOTKNIVES und lockerten die Stimmung mit funky Ska- und Reggaesound aus England. So konnte vor der Punk-Invasion von der Waterkant nochmal gepflegt das Tanzbein geschwungen werden.

Es war schon fast Mitternacht und alle waren schon gespannt auf den Auftritt von VOLXSTURM, nicht nur wegen ihren guten Konzerte, welche die schon alt eingesessene Oi!-Band aus dem Norden ablieferten, sondern auch wegen der Präsentation einiger Lieder ihrer neuen Platte “Ein kleines bisschen Wut”, die am 18.04.2011 im Handel erhältlich sein soll. Die neuen Lieder klingen
frisch aber trotzdem nach VOLXSTURM und das ist auch gut so. Trotz des kommenden Albums, ließen sich die Jungs es sich nicht nehmen auch alte Klassiker zu spielen, bei denen jeder einzelne den Text konnte und dies somit die Stimmung anfeuerte.
Sie spielten ca. eine ganze Stunde und legten einen tollen Auftritt an den Tag, den sich jeder erhoffte.

Die letzte Band eines gelungen Festivals sollte keine geringere sein als BAD MANNERS. Wer diese an diesem Abend verpasst hat, ist selbst schuld. Buster, der Sänger der Band, war schon vor seinem Auftritt super gelaunt und teilte diese auch mit den Leuten hinter der Bühne. Als alle soweit waren und die Band anfangen konnte zu spielen bebte die ganze Halle und wurde verwöhnt mit gutem alten 2-Tone-Sound aus England. Die Stimmung war extrem ausgelassen und es wurde getanzt, gefeiert, getrunken, geschwitzt, gelacht und die Zunge herausgestreckt. Buster verblüffte die meisten, da er in den letzten Jahren stark abgenommen hat. Das machte ihn nur noch aktiver auf der Bühne und es wurde keiner verschohnt. Der Auftritt wurde zum Abschluss noch mit einer großen Polonaise belohnt, welche sich über die ganze Bühne zog. Es wurde ein gutes Lied nach dem anderen gespielt, ganz besonders gute Stimmung zum Mitsingen, bereiteten die bekanntesten Lieder wie z.B. “My Girl Lollipop”, “Lip Up Fatty” oder der wohl größte Oi-Hit aller Zeiten „Skinhead Girl“ in feinstem Ska-Gewandt. Alles in allem kann man sagen, das Festival konnte sich keinen besseren Abschluss wünschen!

Als die Konzerte vorbei waren, gab es noch eine Aftershowparty mit Ska-, Soul- & Oi-Nighter mit DJ Haggy und DJ Bochi. Die zwei DJs legten gute Musik auf, es wurde schön getanzt und der DUFFMAN machte wieder Stimmung, diesmal ohne Kostüm aber mit umso mehr Alkohol. Leider vermisste ich viele Leute, mit denen es noch besser gewesen wäre, denn der Nighter war nicht gut besucht. Anscheinend hatten sich viele bei Bad Manners schon den Rest gegeben. Nach ein paar Stunden guter Schallplattenmusik wurde der Alkoholnachschub abgedreht und viele stolperten aus der Turbinenhalle heraus und machten sich auf den Heimweg.

Um ein Resümee zu ziehen und zum Ende zu kommen würde ich sagen, es war ein sehr gelungenes Festival auf das ich noch sehr oft gehen werde.

Positiv:

- Der VVK-Preis für die gesamten 2 Tage war mehr als günstig im vergleich
zu einzelnen Konzerte von den Bands
- Die Organisation hat sehr gut geklappt, damit alles ohne größere Probleme
verlief
- Das angebot an guten und bekannten Bands war mehr als genug
- Standort und Halle war super ausgewählt
- Nette Leute kennengelernt
- Allgemein größtenteils anständige Leute ohne großen Ausfall

Negativ:

- Manche Bands mussten vor Grüppchen spielen, was sehr schade war
- Abends ARSCHKALT draußen (der Veranstalter kann zwar nix dafür, aber trotzdem!)

Alle Fotos vom Wochenende findet ihr wie immer in unserer Galerie (*klick*)!

(Bericht: Alex, überarbeitet von Lausitzrocker; Fotos: Alex, Lausitzrocker)

Kommentare

Stefan sagt:

Sauber, der Konzertbericht! Amtlich!:)
Danke Euch!!!
Glück auf aussm Pott!